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Liebe Freund*innen,

die Zeiten sind herausfordernd, bisweilen sogar düster. Doch diesem Gefühl wollen und werden wir uns nicht hingeben.Stattdessen setzen wir uns für das ein, was wir für richtig, gerecht und menschlich halten. Gerade der Sommer bietet ein wenig Raum, innezuhalten und darüber nachzudenken, in welcher Gesellschaft wir leben wollen – und was jede*r selbst dazu beitragen kann, um diese Vorstellung Wirklichkeit werden zu lassen

Unsere Wunschliste bei AMICA:
 
Eine geschätzte und geschützte Zivilgesellschaft,
eine starke Demokratie, die wir aktiv verteidigen,
eine feministische und solidarische Gesellschaft für alle,
eine Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen frei von Gewalt leben,
und Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten.

Dabei haben wir formuliert, was feministische Entwicklungszusammentarbeit bedeutet, aufgezeigt, was Antifeminismus impliziert, und daran erinnert, dass Fehlentwicklungen nicht verschwiegen werden dürfen. Denn nur wenn wir Missstände benennen und uns für Veränderungen einsetzen, können wir gesellschaftlichen Wandel erkämpfen.
 
Habt ihr selbst eine Wunschliste oder konkrete Vorstellungen, wo ihr ansetzen möchtet? Als Inspiration findet ihr hier unser spannendes Veranstaltungsprogramm für den Herbst.

Bis dahin, wünschen wir euch eine schöne Sommerpause. Entspannen, ausruhen, nachdenken und Kraft tanken. ❤️

Solidarische Grüße
Euer AMICA-Team

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Solidarität und Transformation
Schon lange wollten wir euch einen kleinen Einblick in unsere Gedanken und in unser Selbstverständnis als Frauenrechtsorganisation geben, die Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten solidarisch und unterstützend begleitet. Es geht um die Vision einer anders (einer besser) funktionierenden Welt und zugleich um die Grenzen feministischer Arbeit in einem patriarchalen System – hier und überall.
 
Feministische Entwicklungszusammenarbeit steht in einem grundlegenden Spannungsverhältnis: Sie ist in patriarchale und koloniale Strukturen eingebettet, bietet zugleich aber Ressourcen, die genutzt werden können, um genau diese zu hinterfragen. Wie stark diese Spielräume sind, hängt von den jeweiligen Akteur*innen ab.

Staatliche Entwicklungspolitik wird zunehmend sicherheits- und wirtschaftspolitisch instrumentalisiert und zur Absicherung bestehender globaler Machtverhältnisse genutzt. Feministische Organisationen setzen dem eine Kritik an der Rolle des Globalen Nordens, an Ausbeutung, Rassismus, Sexismus und Militarisierung entgegen und arbeiten daran, diese Strukturen sichtbar zu machen und zu verändern. Dass aktuell besonders Gender-Projekte von Kürzungen und Einschränkungen betroffen sind, ist vor diesem Hintergrund kein Zufall.

Feministische Entwicklungszusammenarbeit bedeutet daher nicht, diese Widersprüche aufzulösen, sondern innerhalb ihrer Handlungsspielräume Solidarität zu organisieren und Transformation dort voranzutreiben, wo sie möglich ist.
Foto: Jeannette Petri



Zum Bundeshaushaltsentwurf 2027
Laut Haushaltsplan der Bundesregierung soll der Etat des BMZ* noch weiter sinken – um 587 Mio. auf 9,47 Milliarden Euro. Das wäre das fünfte Jahr in Folge. Die UN-Organisationen kritisieren diese weitere Kürzung und werfen Deutschland vor, seiner internationalen Verantwortung nicht gerecht zu werden. 
*Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
 
2022 lag der Haushalt des BMZ noch bei rund 13,8 Milliarden, 2026 sind sie nur noch bei 9,9 Milliarden. Das bedeutet, dass die Mittel bereits um knapp ein Drittel gekürzt worden. Und der Trend setzt sich fort. Hinter jeder Haushaltszahl stehen Menschen. Hinter jeder Kürzung stehen Entscheidungen darüber, wer Unterstützung erhält – und wer sie nicht mehr erhält: Frauen, Mädchen und Familien, deren Leben von Krieg, Gewalt, Vertreibung und Armut geprägt ist. Wenn Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gekürzt werden, hat das konkrete Folgen – für Schutz, für Unterstützung und nicht zuletzt für Menschenleben. Menschlichkeit darf nicht zum Nebenschauplatz der Haushaltspolitik werden. „Der Haushaltsentwurf werde der aktuellen Weltlage und Deutschlands internationaler Verantwortung nicht gerecht“, erklärten daher die UN-Organisationen in Deutschland.

Auch der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen VENRO hat den Haushaltsentwurf Ende Juli scharf kritisiert. Er erinnert daran, dass der Anteil des BMZ-Budgets am Gesamthaushalt auf einen „neuen Tiefstand“ fällt. Zugleich macht der Verband die Diskrepanz zwischen politischem Diskurs und konkretem Handeln deutlich: Die Mittel für die zivilgesellschaftliche Auslandsarbeit werden „entgegen vorherigen Zusagen des BMZ überproportional stark reduziert“ (-9% / -22,4 Mio. Euro).

Der Aufforderung einer Nachbesserung schließen wir uns daher an.

„Das Ziel des Koalitionsvertrages, die Zivilgesellschaft im Globalen Süden und das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland zu stärken, wird mit diesem Haushaltsentwurf konterkariert. Ein kleiner Lichtblick ist ein Aufwuchs bei der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit um drei Millionen Euro“
Analyse von Venro