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Liebe Freund*innen,

im April haben wir ein Projekt in Kamerun gestartet. Dort setzt ein vergessener Krieg seit bald 10 Jahren Frauen und Mädchen genderspezifischer Gewalt aus. Dieses Pilotprojekt in einer neuen Region ist vielversprechend – lest nach!

Zeitgleich werden kleine Fraueninitiativen in einer anderen von Krieg betroffenen Region umgesetzt: in der Ostukraine, nah der Frontlinie, engagieren sich Gruppen und einzelne Frauen für die psychische und physische Stärkung ihrer Mitbürgerinnen – unter schwersten Bedingungen aber mit beeindruckendem Mut und großer Entschiedenheit

Währenddessen werden Zivilgesellschaft und Gemeinnützigkeit in Deutschland weiterhin unter Verdacht gestellt und immer öfters delegitimiert. Unsere Antwort: Solidarität und Zusammenschluss. Entdeckt hier AMICA und die Allianz für Rechtssicherheit für politische Bildung.

Der Atlas der Zivilgesellschaft 2026 ist erschienen und beginnt mit den Worten „Die Räume für die Zivilgesellschaft werden enger“. Deutschland wurde erneut herabgestuft. Und die Gewalt gegen Frauen steigt weiter, wie die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 belegt. Harte Fakten für eine Diskussion zum Antifeminismus.

Zivilgesellschaft von unten stärken – weil selbstorganisierte Fraueninitiativen oft die einzigen Anlaufstellen in Kriegsregionen sind. Wir machen also weiter und freuen uns weiterhin über eure Unterstützung. Danke! Euch allen einen schönen Sommeranfang.🌺

Solidarische Grüße
Euer AMICA-Team

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AMICA und die Allianz für Rechtssicherheit für politische Willensbildung: Für ein modernes Gemeinnützigkeitsrecht
Seit 2025 ist AMICA Mitglied in der Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung. Angesichts der Infragestellung vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen in den letzten Jahren profitieren wir von der gegenseitigen Rückendeckung innerhalb der Allianz.
Die Allianz wurde 2015 mit 40 Mitgliedsorganisationen gegründet, 
nachdem 2014 dem Verein attac plötzlich vom Finanzamt Frankfurt am Main die Gemeinnützigkeit entzogen worden war.
Die Einschränkung von zivilgesellschaftlichen Organisationen findet in Deutschland aktuell auf unterschiedlichen Ebenen statt:
- Mit dem parlamentarischen Instrument der „Kleinen Anfrage“ werden öffentliche Mittelvergaben in Frage gestellt und der Eindruck erweckt, zivilgesellschaftliche Organisationen würden durch Mittelvergaben widerrechtlich Einfluss auf Politik nehmen. 
- Die Infragestellung bzw. der Entzug von Förderfähigkeit greift gezielt in bereits zugesagte Förderungen ein.
- Angriffe auf die Gemeinnützigkeit politisch agierender Organisationen mit Verweis auf das Gemeinnützigkeitsrecht. 

Exkurs: Gemeinnützigkeit bedeutet, dass eine Körperschaft wie z.B. ein Verein selbstlos arbeitet, also nicht das Ziel hat, eigene Gewinne zu erzielen. Das ist daran gebunden, Ziele zu verfolgen, die im Interesse der Allgemeinheit liegen. Die Gemeinnützigkeit ist also ein steuerrechtliches Konstrukt, das den Finanzämtern sehr viel Spielraum bei der Bewertung von Vereinsaktivitäten lässt. Grundlage ist kein Gesetz, sondern die sog. Abgabenordnung. Ein Entzug der Gemeinnützigkeit erfolgt immer rückwirkend für drei Jahre inkl. nachträglicher Versteuerung aller Einnahmen. Abgesehen davon ist die Rufschädigung beträchtlich – gerade bei spendenfinanzierten Organisationen. Es kann der Eindruck entstehen, ein Entzug der Gemeinnützigkeit sei Reaktion auf die Veruntreuung von Spenden, während faktisch geprüft wird, ob die Aktivitäten des Vereins nahe genug am Vereinszweck geblieben sind

In unserer AMICA-Öffentlichkeitsarbeit achten wir genau darauf, was und wie wir kommunizieren, um keine Angriffsfläche für eine Infragestellung unserer Gemeinnützigkeit zu bieten. Zusätzlich sichern wir uns ab, in dem wir Mitglied der Allianz für Rechtssicherheit für politische Willensbildung geworden sind. In der Allianz setzen sich mittlerweile über 230 Vereine und Stiftungen dafür ein, das Gemeinnützigkeitsrecht zu reformieren – eine Forderung, die jahrzehntealt ist. Dabei soll sichergestellt werden, dass politische Willensbildung fester Bestandteil des Gemeinnützigkeitsrechts sein darf.



Im Kriegsalltag mit innerer Kraft
Mentale Gesundheit und Körper sind keine getrennten Einheiten. Im Kriegskontext sowieso. Begleitet von AMICA bietet Tanja Maksak Kurse, die Frauen dabei helfen, die Verbindung wieder herzustellen.

Fotos: Tetiana Humenna
 
Steinbrüche, Eisenerzminen und Hütten kennzeichnen die Großstadt Krywyj Rih, die „längste Europas“, südwestlich von Dnipro. Als Industriestadt und zentraler logistischer Knotenpunkt ist sie regelmäßig das Ziel russischer Angriffe.
Diese fortwährende Bedrohung fordert ihren Tribut – sowie die Abwesenheit von Vätern, Söhnen und Partnern. Funktionieren ist für die Frauen an der Tagesordnung.

Mit Körperarbeit dem entgegenzuwirken, ist für Tanja Maksak ein Muss. Sie gehört zu den sehr engagierten Initiatorinnen, die sich bereits im November 2024 mit der Unterstützung von AMICA im Bereich Projektmanagement hat weiterbilden lassen. Ihre Idee: Die Selbstwahrnehmung der Frauen für ihren Körper stärken, durch Yogapraxis, durch Darstellung der Zusammenhänge zwischen mentaler Gesundheit und Körper, durch Auszeiten aus dem Kriegsalltag. Seit August 2025 leitet sie regelmäßig Kurse für Frauen jeden Alters, darunter Psychologinnen, Lehrerinnen und Aktivistinnen.

Sie sei keine Heilerin, betont sie, sondern sie öffne die Verbindung zwischen Körper und Geist. In solchen Zeiten auf sich zu achten ist essenziell, sagt sie – und zog sich selbst vor kurzem ein paar Wochen zurück, um mit den Umständen klarzukommen. Nur so kann wieder Kraft getankt werden, um den Alltag weiterhin meistern zu können.

Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Frauen sich selbst entdecken und ausdrücken können. Meine Yogastunden unterstützen sie bereits dabei – und das ist ein erster Schritt in der Arbeit unserer Initiativgruppe. Wir haben auch schon Ideen für weitere Workshops und Kurse. Unser Wunsch ist es, dass Frauen Dinge ausprobieren, die sie sich bisher nicht zugetraut haben – und so ihre inneren Grenzen überwinden.
Durch ihren unmittelbaren Zugang zu den Frauen hat Tanja bereits weitere Ideen für die Zukunft entwickelt. Sie bereitet ihre Projekte umfassend vor und steckt ihre Mitfrauen mit ihrer Energie an.

Ihre Initiativgruppe ist noch nicht registriert und daher weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Die kostenlosen Kurse sowie alle Initiativen in der Dnipropetrowsk Oblast wurden von AMICA finanziert – dank eurer Spenden sowie der Unterstützung der Else-Kröner-Fresenius Stiftung und von 24-gute-Taten. Danke! So können wir weiterhin Frauen im Kriegskontext stärken.




Zivilgesellschaft von unten stärken

In der Region Dnipropetrowsk im Osten der Ukraine arbeiten wir gemeinsam mit selbstorganisierten Frauengruppen und neu gegründete NGOs. Die Gemeinden, in denen sie aktiv sind, liegen sehr nah an der Frontlinie oder sind unmittelbar von Kriegshandlungen betroffen.

Diese Graswurzelinitiativen unterstützen Frauen und Mädchen, die vom Krieg traumatisiert sind und Gewalt erlebt haben. Sie bieten ihnen individuelle psychologische Einzelberatung sowie therapeutische Gruppenangebote an.

Als Projektpartnerin begleiten wir diese kleinen und meist informellen Frauengruppen mit Mentoring und Trainings und stärken sie, damit sie sich nachhaltig etablieren können.

Wieso spenden?
💜 Weil feministische Arbeit vor Ort im Kleinen passiert.




Ein neues Projekt: Power in Her Hands
Im April reiste unsere Projektreferentin Dagmar Ihlau nach Kamerun, um zwei dreitägige Workshops – in Douala und in Bafoussam – mit 10 lokalen Graswurzel-Initiativen zu begleiten. Im Fokus stand die Stärkung der Frauen- und Jugendgruppen für gendersensible Projektarbeit im Kriegskontext.
Fotos: Dagmar Ihlau