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Liebe Freund*innen,

aktuell stehen Frauen und Demokratie unter verstärktem Beschuss. Weltweit.

Frauen sind auf der Flucht vor sexualisierter Kriegsgewalt und Gräueltaten wie im Sudan. Die Zahlen der Straftaten gegen Frauen in Deutschland erreichen neue Rekorde. Und der politische Diskurs ignoriert die Belange der Frauen, instrumentalisiert sie oder agiert gegen sie – das Patriachart wehrt sich mit allen Mitteln. Um dem entgegenzuwirken, liefern wir hier ein paar Fakten gegen Antifeminismus.

Die Demokratie ist ebenfalls das Ziel zahlreicher Angriffe: nicht nur mittels des delegitimierenden Narratives gegen die Zivilgesellschaft, das sich nach und nach in den Köpfen einen Weg bannt, sondern auch ganz konkret mit dem geplanten Umbau und den Kürzungen des Förderprogramms „Demokratie Leben!“.

Doch es gibt auch positive Neuigkeiten: z.B. die erfolgreichen Workshops für Fachkräfte an den bosnischen Gerichten, um einen sensibleren Umgang mit Zeuginnen in Kriegsverbrechensprozessen zu fördern. Es stärkt die Frauen und es stärkt die Mitarbeiter*innen. Außerdem möchten wir euch unseren Film über unsere Arbeit in Bosnien und Herzegowina ans Herz legen. Danke für eure Unterstützung, die all dies ermöglicht!

In diesem Sinne, Kopf hoch! Wir machen weiter und wünschen euch einen sonnigen und kraftvollen Frühlingsanfang.🌷

Solidarische Grüße
Euer AMICA-Team



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Drei Jahre Krieg
Vor drei Jahren begann der Krieg im Sudan. Am 15. April 2023 trat die Miliz RSF (Rapid Support Forces) gegen die Militärregierung in den Aufstand. Hauptleidtragende des bewaffneten Konflikts zwischen der RSF und den sudanischen Streitkräften ist die Zivilbevölkerung.
Die Bevölkerung leidet unter Hunger, die humanitäre Hilfe und Gesundheitsversorgung im Kriegsgebiet ist völlig unzureichend, die Menschen kämpfen ums Überleben. Es gibt etliche Berichte über schwerste Menschenrechtsverbrechen, massive sexualisierte Gewalt und Verschleppung als strategisches Kriegsmittel.

Der Konflikt hat die größte humanitäre Vertreibungskrise weltweit ausgelöst: Rund 13 Millionen Menschen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben, etwa 1,5 Millionen von ihnen flohen nach Ägypten. Zum Vergleich: Seit Beginn des Krieges erreichten lediglich rund 29.000 Sudanes*innen Europa, nur etwa 1.500 suchten bislang Schutz in Deutschland.

Dieses Muster zeigt sich in nahezu allen Konflikten und Krisen: Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres eigenen Landes oder in benachbarte Staaten – häufig in Länder, die selbst von Armut, Instabilität oder anderen Krisen geprägt sind.

Auch in Ägypten ist die Situation für Geflüchtete aus dem Sudan äußerst prekär. Viele berichten von Diskriminierung, Gewalt und der Gefahr von Abschiebungen. Seit letztem Jahr arbeitet AMICA mit einer feministischen Partnerorganisation aus dem Sudan zusammen. Sie bieten in Kairo psychosoziale Anlaufstellen für Frauen an, die aus dem Sudan fliehen mussten und vom Krieg stark traumatisiert sind. 
Die geflüchteten Frauen haben Furchtbares erlebt. Oft verstummen sie angesichts der gesellschaftlichen Stigmatisierung. Wir müssen diese Tabus brechen und sie ermutigen, Hilfe anzunehmen.
Unsere Partnerin Mai S.



Die Arbeit von AMICA im Film
Wir möchten euch auf unseren neuen Film über unsere Arbeit in Bosnien und Herzegowina hinweisen – beispielhaft für unsere Aktivitäten in allen Projektregionen. Wir sind voller Mitgefühl und Hoffnung für die Frauen weltweit, die nach erlebten Gräueltaten die Gesellschaft tragen. Das ist Zivilgesellschaft.
Hier geht es zum Film. Ein großes Dankeschön an alle, die mitgewirkt haben. ❤️



Zwischen Verantwortung und Belastung: Fortbildung stärkt Fachkräfte im Zeuginnenschutz
Die Unterstützung von Zeuginnen in Kriegsverbrechensprozessen ist eine äußerst sensible Aufgabe für alle. Unsere bosnische Partnerorganisation FLD hat  eine Fortbildung für Psycholog*innen und Fachkräfte an Gerichtshöfen konzipiert sowie einen begleitenden Leitfaden erstellt. In Februar fanden die ersten Workshops statt, unsere Bosnien-Referentin Marlene Weck war dabei.
Fotos: Marlene Weck